BERUFLICHE STRATEGIE

Jeder Jobwechsel sollte strategisch geplant werden. Erst recht ein Wechsel nach Japan. Wer dort mit dem Kopf durch die Wand will, wird sich bald vorkommen, als renne er gegen die Wände einer Gummizelle an; immer wieder prallt er zurück, ohne harten Widerstand brechen zu können. Wer hingegen zu vorsichtig und "verständnisvoll" ist, wird möglicherweise auf der Stelle treten.


Wer sich auf fremdem Terrain bewegt, sollte sich vorher eine Strategie zurechtlegen.
(Foto: Metzler)



Hiervor sollen vier Hinweise den Entsandten bewahren.

1. Die ersten 100 Tage: In Anlehnung an FischerGärtner International, einem Kooperationspartner von Japankompetenz, werden mit dem Beschäftigten seine ersten 100 Tage auf der neuen Position sikzziert. Welche Freunde, welche Feinde können auf ihn warten? Wie erkennt er sie, und wie geht er mit ihnen um? Japanspezifische Hinweise hierbei sind:
  • Vorausahnung möglicher Vorbehalte der zukünftigen japanischen Kollegen
  • Kenntnis von und Umgang mit den internen Hierarchien
  • Führungsstil und Umgang mit Information

2. Welche Vorteile habe ich als Ausländer? Ausländer zu sein, ist nicht nur von Nachteil. Gerade heute erwarten viele Japaner vom Entsandten ernsthaft neue Ideen und sind bereit, dafür Kompromisse einzugehen.
  • Englisch, Japanisch und Deutsch
  • Der Retter-Effekt
  • Frische Ideen - für wen eigentlich?

3. Wie kann ich meine Ideen durchsetzen? "Leave no stone unturned" trug Rolf Eckrodt seinen Managern auf, als sie bei Mitsubishi antraten. Tatsächlich sind substanzielle Umwälzungen die Hauptaufgabe westlicher Manager. Wie man dabei unnötigen Widerstand vermeidet und erwünschte Härten durchsetzt, ist aber eine Kunst, die nicht mit Schlagworten beschreibbar ist. Statt dessen werden in einem Planspiel zur Einführung einer Idee folgende Punkte behandelt:
  • Studium vorhandener Potenziale im Unternehmen
  • Erstellung von Konzepten durch Japaner
  • Vom Wachsen einer Idee

4. Was macht Carlos Ghosn besser? Zurzeit erregen die Erfolge von Nissan Aufsehen. Ein Blick auf die Strategie der Symbolfigur Carlos Ghosn lohnt, um sich über eigene Möglichkeiten und Grenzen klarer zu werden.
  • Von der vermeintlichen Unerheblichkeit kultureller Unterschiede
  • Ein Interview ohne Interviewten
  • Unternehmenskultur als Rettungsanker