PRIVATLEBEN

Gibt es in Tokyo westliche Kindergärten und Schulen? Sollte ich Kollegen nach Hause einladen? Wie organisiere ich mein Privatleben so, dass es den Streß der Arbeit und der Fremde ausgleicht? Wie kann ein längerer Japanaufenthalt die Beziehung zum Lebenspartner verändern?


Westlichen Kindern begegnen die meisten Japaner großer Herzlichkeit.
(Foto: Metzler)



Die Beratung zur privaten Strategie gliedert sich in acht Schritte.

1. Ausgangssituation: Im Vorfeld des Treffens füllt der Entsandte einen Fragebogen aus, in dem er seine Ausgangslage reflektiert.
  • Aus welchen Motiven gehen Entsendeter und Partner nach Japan?
  • Welche Aufgaben erwarten sie - ganz konkret?
  • Was erhoffen sie sich von der Strategieberatung?

2. Strategie für den Entsandten: Hier spielen vor allem rechtliche Belange eine Rolle. Zentrale Themen in Gehalts- und Steuerfragen, Eherecht sowie Quellen rechtlicher Beratung in Japan werden vorgestellt. Ferner werden mögliche Anknüpfungspunkte in der ausländischen und japanischen Gemeinschaft, in die man kommt, erörtert. Last but not least erfolgen Hinweise zur Gestaltung des Privatlebens.
  • Steuer, Eherecht
  • Nachbarschaft und Expat-Community
  • Faustregeln für das Privatleben

3. Strategie für den Partner: Der Partner - in der Regel die Ehefrau - ist die wichtigste Stütze des Entsandten. Ihre Perspektive in Japan entscheidet mit über das Wohlbefinden beider Entsandter, und dieses kann durchaus entscheidend für den Erfolg der geschäftlichen Mission sein. Der Partnerin stellen sich folgende Aufgaben:
  • Fortführung oder Weiterentwicklung der eigenen beruflichen Tätigkeit
  • Organisation sozialer Konakte in japanischer Nachbarschaft und Expat-Community
  • Management des Alltagslebens

4. Kinder: Der Verlust des Freundeskreises, die neue Belastung der Eltern, die Eingewöhnung in eine neue Lebensumwelt sollten dem Kindern möglichst leicht gemacht werden. Voraussetzungen, damit das Ausland zum Abenteuer und nicht zum Albtraum wird, sind:
  • Reibungslose Eingliederung in Schule/Kindergarten
  • Information über Kinderärzte, Babysitter etc.
  • Kontaktanbahnung mit japanischen Nachbarskindern, Kindern anderer Entsandter

5. Verhaltenstraining: Entsandter, Partner und ggf. Kinder können sich in Rollenspielen, Falldiskussionen, Übungen und Vorträgen auf den "Ernstfall" vorbereiten.
  • Einkaufen und Behörden
  • Schule/Kindergarten
  • Nachbarschaft

6. Schnupperkurs Japanisch: Grundkenntnisse des Japanischen empfehlen sich für Personen, die sich länger dort aufhalten. Schon der symbolische Wert, der den eigenen Bemühungen im japanischen Kollegenkreis unter bestimmten Bedingungen beigemessen wird, lohnt eine Bemühung um die Sprache.
  • Keine Angst vorm Sprechen
  • Japanische Zeichen - keine Hieroglyphen
  • Wichtige Floskeln und Ausdrücke

7. Kulturschock: Gewöhnlich beginnt ein Auslandsaufenthalt mit einer Phase der Euphorie. Sind anfängliches Staunen und Erleben abgeschlossen und tauchen erste substanzielle Probleme auf, kann es zu Frustrationen kommen. Insbesondere die Wiederkehr immer gleicher kleiner und großer Probleme kann Nerven kosten. Diese zu überwinden und zu einer distanzierten Annahme der kulturell neuen Umwelt zu kommen, bedarf der Vorbereitung.
  • Formen und Phasen des Kulturschocks
  • Langfristige Gegenstrategien
  • Der tägliche Kleinkrieg

8. Hotline: Wer in Japan angekommen ist, sollte nicht "weg vom Fenster" des sein. Japankompetenz bietet daher dem Entsandten und seiner Familie an, in e-mail-Kontakt zu bleiben.
  • Probleme sozialer Anbindung
  • Organisatorische Probleme des Alltags
  • Kulturschock