Beispiel: "Eisernes Dreick" - Jahrzehntelang galt die Kooperation zwischen Parteipolitik (d.h. vor allem den regierenden Liberaldemokraten), Staatsbürokratie (d.h. vor allem dem mächtigen Finanzministerium und dem MITI, heute METI) und der Wirtschaft (vertreten durch Verbände wie Nikkeiren oder Keidanren) als so glatt, dass man ihr einen eigenen Namen gab: das "Eiserne Dreieck".
Auch wenn dieses Bild vielfach übertrieben wurde - ganz falsch war der Eindruck im Vergleich zu manch westlicher Nation nicht. Warum aber funktioniert das Dreieck heute offenbar nicht mehr?
Das japanische Parlament - ein Punkt im "Eisernen Dreieck"
Heute ist das informelle, personengebundene Element, das diese Kooperation einst stark machte, zum Stolperstein geworden. Die Strukturkrise erfodert substanzielle Reformen in Wirtschaft, Finanzpolitik, Arbeitsmarkt, Sozialsystemen und öffentlicher Verwaltungsstruktur. Die gewachsenen Klientelstrukturen und Interessenlagen stehen diesen aber diametral gegenüber. Es kommt zu nie dagewesenen Interessenkonflikten.
Japankompetenz gibt einen Überblick über die volkswirtschaftliche Entwicklung und die politischen Reformversuche Japans in der letzten Dekade.